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„Tag gegen Gewalt an Frauen“: Installation am Rathaus

Das Bundeskriminalamt zählte allein im Jahr 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, 141.000 Fälle häuslicher Gewalt. Die Opfer waren zu 81 Prozent Frauen. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen vor 21 Jahren den 25. November zum „internationalen Tag für die Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“ erklärt. Auch in der Gemeinde Lehre findet zu diesem Anlass auf Initiative von Edelgard Hahn von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten eine Aktion am Rathaus statt: Der Ratssaal wird orange beleuchtet und durch die Scheiben ist eine Installation zum Thema „Wir brechen das Schweigen!“ zu sehen.

„Es ist einfach erschreckend, dass nach wie vor jede vierte Frau mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner wird und die Zahlen auch hier vor Ort weiter kontinuierlich steigen“, so Julia Carluccio als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde. „Deshalb geht es uns darum, mit Aktionen wie dieser das öffentliche Interesse auf die Gewalt gegen Frau­en zu lenken und zugleich Strategien zu ihrer Bekämp­fung in den Mittelpunkt zu rücken“, so Edelgard Hahn von der ASF weiter. Auch die Starken Frauen Königslutter und die FrauenUnion der CDU unterstützen die Aktion: „Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen – für das Recht von Frauen auf ein Leben ohne Gewalt“, so Diana Siedentopf und Kerstin Jäger als Vertreterinnen der FrauenUnion und der Starken Frauen.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde unterstützt das Projekt im Rathaus gern. So ist in den nächsten Tagen der Ratssaal der UN Woman-Initiative „Orange the World“ folgend orange beleuchtet und es ist eine Installation zum Thema „Wir brechen das Schweigen“ zu sehen. Außerdem wurden Kerzen für die Opfer häuslicher Gewalt entzündet.

Übrigens: Im Gebiet der Polizeidirektion Braunschweig* verzeichnete die Polizei laut aktuellstem Bericht im Jahr 2019 den höchsten Anstieg im Vergleich zu den letzten Jahren – insgesamt gab es 2.705 Fälle, davon waren bei 1.971 Fällen die Opfer weiblich, also rund 73 Prozent – in 14 Fällen (12 Frauen, 2 Männer) richtete sich die Tat gegen das Leben, in 48 Fällen (48 Frauen, 0 Männer) gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Die Organisatorinnen stehen auch über die Aktion hinaus für Gespräche zur Verfügung. Nähere Informationen erhalten Sie unter anderem bei Julia Carluccio unter Tel 05308-699-34 oder per Mail an gleichstellung@gemeinde-lehre.de , rund um die Uhr und auf mehreren Sprachen erreichbar ist das Hilfetelefon unter 08000-116016 oder unter hilfetelefon.de.

 

Foto (Gemeinde Lehre): Edelgard Hahn, Diana Siedentopf, Julia Carluccio und Andreas Busch eröffneten die Installation zum Thema „Wir brechen das Schweigen“.


* Einordnung der Zahlen aktualisiert!

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